Redebeitrag zum Thema: Wiedereinführung fester Sprechzeiten des Rathauses Münster (Hessen) ohne vorherige Terminvereinbarung hier: Antrag der CDU-Fraktion vom 07.06.2026
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
meine Damen und Herren,
der vorliegende Antrag greift ein Thema auf, das alle Bürgerinnen und Bürger unmittelbar betrifft: die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit unseres Rathauses.
Wir stellen uns die Frage, wo eigentlich das Problem liegt.
Nach unserem Kenntnisstand werden Bürgerinnen und Bürger auch heute bereits nicht ab-gewiesen, wenn sie ohne Termin ins Rathaus kommen. Vielmehr wird vor Ort immer ver-sucht, Anliegen kurzfristig und unbürokratisch zu bearbeiten. Der Empfang weist keine Besucher zurück, sondern bietet nach unserer Kenntnis immer eine gute Lösung an. Sicher, man muss manchmal einen Moment warten, aber nach Hause geschickt wird keine/r! Die beste-hende Regelung funktioniert in der Praxis also deutlich flexibler, als die öffentliche Darstel-lung vermuten lässt.
Aus unserer Sicht liegt die eigentliche Herausforderung deshalb weniger in der Organisation des Rathauses als vielmehr in der Kommunikation nach außen.
Wer auf der Homepage oder in Schreiben der Verwaltung immer wieder liest „Termine sind auch außerhalb dieser telefonischen Sprechzeiten, aber nur nach Vereinbarung möglich“, kann leicht den Eindruck gewinnen, spontane Vorsprachen seien grundsätzlich nicht möglich oder sogar unerwünscht. Genau dieser Eindruck scheint aber nicht der tatsächlichen Praxis zu entsprechen.
Deshalb halten wir es für sinnvoll, die gemeindliche Kommunikation dahingehend anzupassen. Ein Online-Termin sollte als das dargestellt werden, was er ist: die beste Möglichkeit für den Rathausbesucher, Wartezeiten zu vermeiden und sein Anliegen schnell zu erledigen. Gleichzeitig sollte deutlicher kommuniziert werden, dass auch Vorsprachen ohne Termin grundsätzlich möglich sind, dann aber gegebenenfalls mit Wartezeiten verbunden sein kön-nen.
Die vorgeschlagenen festen Sprechzeiten würden dagegen Kapazitäten blockieren, ohne dass sichergestellt ist, dass diese Zeiten tatsächlich genutzt werden. Im ungünstigsten Fall stehen Mitarbeitende bereit, während niemand erscheint, gleichzeitig fehlen diese Zeitfens-ter für vereinbarte Termine.
Ich möchte zum Abschluss meiner Rede noch einen Leitgedanken unserer Fraktionsberatungen teilen: Ein Rathaus sollte nie den Eindruck eines für den Bürger geschlossenen Hauses vermitteln. Offenheit und Zugänglichkeit sind Attribute, die wir uns hier wünschen. Wir sind davon überzeugt, dass dies in Münster mit einer angepassten Kommunikation der Verwaltung möglich ist.
Deshalb kommen wir zu dem Schluss, dass nicht die Regelung geändert werden muss, sondern die Kommunikation über die bestehende Regelung.
Aus diesem Grund werden wir dem Antrag nicht zustimmen, regen aber beim Gemeindevorstand an, die bisherige Kommunikation zu überdenken und im Sinne unserer Anregungen anzupassen.
Vielen Dank.