Redebeitrag zum Thema "Umgestaltung Bahnhofsvorplatz"

Es gilt das in der Sitzung der Gemeindevertretung gesprochene Wort!

Wir haben mehrere Varianten, die sich grundsätzlich in der befahrbaren Platzmitte – also keine Veränderung zur jetzigen Verkehrsführung - und eine nicht befahrbare Platzmitte unterscheiden. Auch wenn die Sperrung der Durchfahrt durch Poller gelöst werden soll, die man jederzeit entfernen kann, ist dies noch die wichtigste Entscheidung, da sie die weitere Gestaltung des Platzes maßgeblich beeinflusst.

Wir favorisieren eine nicht befahrbare, verkehrsberuhigte Platzmitte, weil sie die meisten gestalterischen Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft offenhält, wie zum Beispiel eine Außengastronomie oder Veranstaltungen in den Sommermonaten. Die River Night und der Weihnachtsmarkt von Gewerbeverein und Gemeinde haben bereits gezeigt, dass der Ort Potenzial hat!

Zudem wird die Zufahrt zum Bahnhof durch die Sperrung nicht unzumutbar erschwert.

Die weitere Überlegung machen wir unter anderem an der unterschiedlichen Positionierung des Fahrradständers fest. Variante 4 positioniert diesen nahe der Kreuzung Bahnhofsplatz/Leibnizstraße, also im Sichtbereich dieser Kreuzung. Ich denke, dass damit Langfinger eher abgeschreckt werden als am Platz nahe der Schienen. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Ausweisung von „Kiss and Ride“-Parkplätzen ist eine schöne Idee, aber aus unserer Sicht entbehrlich.

Demokratie lebt vom Kompromiss! Und so haben auch wir bei den Änderungswünschen nicht all unsere Wünsche durchsetzen können. Es wird wohl zwei Parkplätze auf dem Bahnhofsvorplatz weniger geben, als in der Variante 4 vorgesehen. Da die weiteren Parkplätze entlang der Bahngleise aber nahezu nie voll ausgeschöpft sind, können wir damit leben.

Den Bahnschuppen als öffentliche Toilette oder Versorgungsstation umzugestalten, können wir nicht zustimmen. Derartige Einrichtungen an anderen Bahnhöfen sind nach kürzester Zeit, vorsichtig gesagt, unansehnlich oder unbenutzbar. Zudem würden die Kosten von über 50.000 € unverhältnismäßig hoch sein, da die Infrastruktur komplett neu angelegt werden müsste. Auch die Folgekosten durch Reinigung und Reparaturen dürfen nicht vernachlässigt werden.

Ursprünglich waren wir der Meinung, die Pflastersteine sollten Wiederverwendung finden. Wir haben uns aber überzeugen lassen, dass dies sowohl optisch als auch hinsichtlich von nicht auszuschließenden Stolperfallen eine schlechte Lösung ist.

Die FDP-Fraktion begrüßt, dass ein Blindenleitsystem für den Bahnhofsvorplatz vorgesehen ist.

Ebenfalls begrüßen wir ein Wasserspiel als gestalterisches Element. Dies wird zugegeben mit ca. 20- 30.000 € zu Buche schlagen, wird aber ebenfalls zu 2/3 gefördert.

Das Beleuchtungskonzept für den Bahnhofsvorplatz kann nur der heute zu beschließenden Planung in weiteren Schritten folgen. Dabei ist uns wichtig, dass die Ergebnisse aus dem Kompassprogramm hinsichtlich Verhinderung dunkler Bereiche Berücksichtigung finden. Gleiches gilt auch für das Begrünungskonzept. Darüber wird aber sicher noch im Bau-Planungs- und Umweltausschuss zu gegebener Zeit beraten werden.

Wichtig ist uns aber, dass die Planungen losgehen. Es wäre den Münsterern nicht vermittelbar, dass wir aufgrund eines „Klein-Kleins“ Fristen für die 2/3-Förderung überschreiten und dann mangels eigener finanzieller Mittel das ISEK-Teilprojekt überhaupt nicht umsetzen können.

Lassen Sie mich zum Ende noch einen Einblick in unsere Beratungen geben: Die FDP-Fraktion hat während ihrer Beratungen auch über die hier zu entscheidende Maßnahme als Ganzes angesichts des laufenden Haushaltssicherungskonzepts, dem Münster unterworfen ist, und des Defizits gesprochen.

Vielleicht ist diese Maßnahme zusammen mit der Bahnhofstraße für Jahre die letzte nicht rein der Funktion unterworfene große Maßnahme. Wenn wir dies nun abplanen würden, wäre Münster finanziell nicht geholfen. Die Idee (der CDU) die Umgestaltung allein auf die Kompass-Ergebnisse abzustellen, macht für uns keinen Sinn, da diese ohne Förderung in etwa so teuer wäre, wie der große Wurf mit der 2/3-Förderung. Die Kompassergebnisse werden sowieso in allen Varianten berücksichtigt.

Da die Beratungen in den Ausschüssen einige Änderungen zur Variante 4 als vermutlich konsensfähige Beschlussvorlage erbracht haben, bringen wir einen Änderungsantrag ein, der diese Ideen in die Variante 4 einbringt.

  1. ~~Variante 1: Befahrbare Platzmitte mit Pflanzbeeten, 472.300,00 € brutto~~
  2. ~~Variante 2: Befahrbare Platzmitte, 524.900,00 € brutto~~
  3. ~~Variante 3: Autofreie Platzmitte, 526.800,00 € brutto~~
  4. Variante 4: Verkehrsfreie Platzmitte mit Pflanzbeeten, 529.100,00 € brutto

Jedoch mit folgenden Änderungen:

•     Erhalt des Wartehäuschens inkl. Erneuerung der Verglasung

•     Erhalt des blauen Fahrradunterstands

•     Verzicht auf die zusätzlichen Parkplätze im oberen Teil der Rasenfläche

•     Ein Wasserspiel mit drei Düsen, ggf. LED-Beleuchtung und eine sinnvolle Steuerung

  1. ~~Variante 5: Variante 4, jedoch mit Wiederverlegung des Pflasters, ohne Erneuerung des Wartehäuschens und Fahrradunterstandes, ohne neue PKW-Stellplätzen in der Grünfläche, mit Wiederherstellung der Pergola, 536.400,00 € brutto~~
  2. ~~Variante 6: Variante 4, jedoch mit Wiederverwendung des Pflasters nach Möglichkeit, mit Pollern, Fahrradständer an einsehbarer Ecke und Anzahl der Parkplätze wie geplant und zusätzlichem Blindleitsystem, 529.100,00 € brutto~~

Die FDP-Fraktion wird der Variante 4 mit den Anmerkungen aus dem Änderungsantrag zustimmen!