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Redebeitrag zum Thema: Gustav-Schoeltzke-Haus

Redebeitrag aus der Sitzung der Gemeindevertretung vom 22.06.2026

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, 

meine Damen und Herren,

wir reden hier nicht über irgendein Gebäude. Wir reden über ein Haus, das viele Altheime-rinnen und Altheimer seit Jahrzehnten begleitet. Es war Schule, Kindergarten, Treffpunkt für Vereine und Gruppen und gehört zweifellos zur Geschichte unseres Ortsteils.

Deshalb möchte ich eines vorweg sagen: Wer heute für einen Verkauf stimmt, stimmt nicht gegen Altheim und auch nicht gegen das gesellschaftliche Leben in unserem Ort.

Die Frage, die wir beantworten müssen, lautet vielmehr:

Ist es verantwortbar, mehrere Millionen Euro in die Sanierung eines Gebäudes zu investie-ren, dessen tatsächliche Risiken und Folgekosten wir heute nicht vollständig kennen? Oder ist es sinnvoller, den Blick nach vorne zu richten und eine neue, zukunftsfähige Lösung zu schaffen?

Die bisher vorliegenden Zahlen sprechen von Sanierungskosten zwischen 1,6 und 2,5 Millio-nen Euro. Und ich glaube, niemand hier im Raum würde ernsthaft darauf wetten, dass es am Ende nicht noch deutlich teurer wird.

Wir wissen, dass es Feuchtigkeitsprobleme gibt. Wir wissen, dass es brandschutzrechtliche Defizite gibt und das die Elektrik komplett erneuert werden muss. Wir wissen, dass die Wohnungen in einem schlechten Zustand sind – und das ist noch eine euphemistische Beschreibung. Und wir wissen auch, dass bei einem Gebäude dieses Alters bei einer Sanierung Über-raschungen eher die Regel als die Ausnahme sind.

Das eigentliche Problem ist für uns deshalb nicht die Höhe der heute genannten Kosten.
Das Problem ist die fehlende Planungssicherheit.
Wer heute eine Sanierung beschließt, weiß nicht, wo die Reise am Ende finanziell wirklich hingeht.

Der Änderungsantrag der CDU wirft eine Nebelkerze. In der gemeinsamen Sitzung von BPU und HFA hatte ich das so verstanden, dass wir zunächst eine grundsätzliche Frage beantwor-ten – Verkauf oder Sanierung. Wenn wir nun wieder in die exakte Bewertung und Kostener-mittlung einsteigen, dann ist außer Zeitgewinn im Lichte der Bürgermeisterwahl nichts ge-wonnen. Ein Verkauf bleibt nicht ausgeschlossen.

Bei einem Neubau sieht das anders aus.

Dort können wir von Anfang an ein Gebäude planen, das den Anforderungen unserer Zeit entspricht: barrierefrei, energetisch auf dem neuesten Stand, funktional, wirtschaftlich und auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten.

Und genau deshalb ist für uns der Änderungsantrag so wichtig.

Wir wollen das Gustav-Schoeltzke-Haus nicht einfach verkaufen und dann die Hände in den Schoß legen.

Deshalb haben wir beantragt, dass die Verwaltung gleichzeitig geeignete Grundstücke für ei-nen Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses identifiziert und verschiedene Raumkonzepte entwickelt.

Dabei haben wir bewusst Mindestanforderungen formuliert:

Die Gruppen und Vereine, die heute das Gustav-Schoeltzke-Haus nutzen, müssen auch künftig eine Heimat haben. Und wir brauchen weiterhin einen Raum für Sitzungen, Veranstaltungen und das gesellschaftliche Leben in Altheim.

Denn eines ist klar:

Wir wollen kein Dorfgemeinschaftshaus abschaffen.
Wir wollen ein besseres Dorfgemeinschaftshaus schaffen.
Ein Gebäude, das den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht wird und nicht be-reits bei der Fertigstellung der Sanierung die nächsten Herausforderungen mitbringt.

Natürlich verstehen wir die Argumente derjenigen, die das Gustav-Schoeltzke-Haus erhalten möchten. Viele davon sind nachvollziehbar.
Auch wir hätten uns gewünscht, dass die Ausgangslage eine andere wäre.

Aber am Ende müssen wir Verantwortung für die Finanzen unserer gesamten Gemeinde übernehmen.

Und wir müssen uns fragen, ob mehrere Millionen Euro für die Sanierung eines Gebäudes mit ungewissen Risiken wirklich die beste Lösung sind.

Wir kommen nach Abwägung aller Fakten zu dem Ergebnis: Nein.

Für uns ist der Verkauf in Verbindung mit unserem Änderungsantrag die vernünftigere und nachhaltigere Lösung.

Nicht, weil wir gegen das Gustav-Schoeltzke-Haus sind.

Sondern weil wir für eine langfristig tragfähige Zukunft des Dorflebens in Altheim sind.

Deshalb werden wir dem Verkauf zustimmen – verbunden mit dem klaren Auftrag, eine moderne und zukunftsfähige Nachfolgelösung für Altheim zu entwickeln.

Vielen Dank.