FDP-Ortsverband Münster und Altheim

Nachlese: Europa frei und solide gestalten!

Dr. Thorsten Lieb, Spitzenkandidat der FDP Hessen für die Europawahl am 26. Mai war zu Gast in Münster. Etwa 40 interessierte Zuhörer folgten seinem Vortrag
Aufmerksam verfolgen die zahlreichen Zuhörer den Ausführungen von Dr. Thorsten Lieb, Spitzenkandidat der FDP Hessen für die Europawahl am 26. Mai

Einleitende Worte und Ehrung anlässlich 30 Jahre FDP-Mitgliedschaft

Jörg Schroeter, 1. Vorsitzender des Ortsverbandes Münster und Altheim begrüßte zunächst die Gäste und stellte den derzeitigen Vorstand des Ortsverbandes vor. Höhepunkt seiner einleitenden Worte war die Ehrung von Mike Reiter für seine 30-jährige Mitgliedschaft in der FDP.

Herzliche Worte von Jörg Schroeter an Mike Reiter anlässlich dessen 30-jähriger Mitgliedschaft in der FDP

Optimismus und Ideen für Europa - aber auch Bedenken

Der anschließende Vortrag des Gastredners machte deutlich, dass die hessische FDP mit Dr. Thorsten Lieb einen Europafachmann in den Wahlkampf schickt.

Seinen lebhaften Vortrag begann Lieb mit einer Kommentierung der derzeitigen Situation der Europäischen Union und ging zu Beginn seiner Ausführungen auch auf den Brexit ein, für den Stunden zuvor seitens der europäischen Staatschefs die Ausstiegsfrist auf den 31. Oktober verschoben worden war. „Man kann dieser Tage eine morgens vorbereitete Rede zu Europa über den Tag hinweg noch zweimal umschreiben“, so Lieb zur momentanen politischen Dynamik. In der Sache würde Lieb es begrüßen, wenn Großbritannien einen Weg fände, einen Ausstieg aus dem Brexit zu beschließen. Große Hoffnung klang jedoch nicht aus seinen Worten.

„Europa ist ein Friedensprojekt, oder um es mit den Worten des kürzlich verstorbenen Ex-Bundesaußenministers Klaus Kinkels zu sagen: Europa wächst nicht aus Verträgen, es wächst aus den Herzen seiner Bürger oder gar nicht,“ so Thorsten Lieb. Deshalb müsse man die Menschen wieder stärker einbinden, zum Beispiel in der Bildungspolitik für junge Menschen. Das gehe nur mit einem europäischen Bildungssystem, welches die Besonderheiten der EU-Mitgliedstaaten berücksichtige und die Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt im Blick habe. Übereinstimmend mit anderen liberalen Kräften in Europa wirbt Lieb für einen unkomplizierten und vom Einkommen der Eltern unabhängigen Schüleraustausch zwischen den Staaten Europas. Um Europa im doppelten Wortsinn erfahren zu können, sollten junge Menschen zum achtzehnten Geburtstag ein Interrail-Ticket geschenkt bekommen. Nur wer Europa kenne und selbst erlebt habe, habe eine Chance, dessen Bedeutung für ein friedliches Miteinander hier und in der Welt zu verstehen.

Zur Finanz- und Geldpolitik sagte Lieb: „Sparen muss sich wieder lohnen“. Die Nullzinspolitik der EZB mit zum Teil negativen Zinserträgen enteigne die Sparer in Europa. Was ursprünglich durch die EZB dazu gedacht war, den Regierenden Zeit zu erkaufen, um die Staatshaushalte zu sanieren, werde von vielen Ländern nicht genutzt. Die niedrigen Zinsen verleiteten dazu, weitere Schulden zu machen. Diese Schulden vergemeinschaften zu wollen, hält Lieb für die wirtschaftspolitisch falsche Richtung.

In der Sicherheitspolitik sieht Thorsten Lieb perspektivisch eine Europäische Armee als den richtigen Weg an: „Warum soll jedes Land eigene Waffensysteme und dazugehörige Logistik entwickeln und vorhalten?“ so Lieb. Dies würde unnötige Kosten für alle Mitgliedstaaten verursachen. Nur den Kopf schütteln konnte Lieb allerdings über den Vorschlag der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer einen europäischen Flugzeugträger anzustreben.

Abschließend forderte Lieb die Gäste auf, bitte zur Wahl zu gehen - und das Wahlkreuz gerne auch bei der FDP zu machen.

Dr. Thorsten Lieb schildert seine Vision von Europa

Positive Resonanz bei den Gästen

Die Resonanz der Gäste zu dem Vortrag war sehr positiv: Endlich mal einer, der nicht marktschreierisch versucht zu polarisieren, sondern um Ausgleich und Konsens bemüht ist.

Thorsten Lieb stellte sich seinen Zuhörern als glaubwürdiger und in seinen Ausführungen kundiger Spitzenkandidat vor, so die überwiegende Meinung der Gäste, die auch rege von der Möglichkeit Gebrauch machten, ihre Fragen nach dem Vortrag mit Thorsten Lieb zu diskutieren.