Großer Zuspruch beim Neujahrsempfang der FDP-Ortsverbände Münster/Altheim und Eppertshausen
Über 100 Gäste informieren sich zum Operationsplan Deutschland
Der gemeinsame Neujahrsempfang der FDP-Ortsverbände Münster/Altheim und Eppertshausen stieß auf außergewöhnlich großes Interesse. Weit über 100 Gäste aus Zivilgesellschaft, Ehrenamt und Sicherheitsorganisationen waren am Abend des 22. Januar in der Kulturhalle Münster anwesend. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Feuerwehrangehörige aus mehreren Städten und Gemeinden im Landkreis Darmstadt-Dieburg, Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, Ärzte, Reservisten der Bundeswehr und weitere ehrenamtlich Engagierte.
Der Neujahrsempfang diente dabei ausdrücklich nicht parteipolitischen Zwecken, sondern bot den Rahmen für eine sachliche Informationsveranstaltung zu einem gesellschaftspolitischen Thema von übergeordneter Bedeutung.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein rund einstündiger Vortrag von Brigadegeneral Holger Radmann, Kommandeur des Landeskommandos Hessen, zum Thema „Operationsplan Deutschland“. Der Vortrag wurde von den Anwesenden als hoch informativ, präzise und zugleich eindrücklich wahrgenommen. Radmann verstand es, komplexe sicherheitspolitische Zusammenhänge verständlich darzustellen und dabei stets den Bezug zum Bundesland Hessen und zur kommunalen Ebene herzustellen.
Besonders anschaulich wurde der Vortrag durch Erfahrungen aus Radmanns langjähriger fliegerischer Laufbahn, unter anderem aus Einsätzen im Baltikum. Diese praktischen Einblicke verdeutlichten, dass moderne Abschreckung und Verteidigung weit über militärische Fragestellungen hinausgehen und das gesamte staatliche und gesellschaftliche Gefüge betreffen.
Ein Punkt, der bei vielen Zuhörern besonderes Interesse – und Nachdenklichkeit – auslöste, war Radmanns Einordnung möglicher Truppenverlegungen in Richtung Osten: Ein Aufmarsch von NATO-Kräften durch Deutschland müsse sehr wahrscheinlich unter rechtlichen Friedensbedingungen erfolgen, da eine förmliche Erklärung des Spannungsfalls durch den Deutschen Bundestag hierfür nicht zwingend vorausgesetzt sei. Diese Einschätzung machte deutlich, wie wichtig vorbereitete Abläufe und funktionierende zivile Strukturen bereits im Vorfeld einer Krise sind.
Prägnant fasste der Brigadegeneral seine Haltung mit den Worten zusammen:
„Wer resilient ist, fürchtet sich weniger.“
Hessen komme im Rahmen des Operationsplans Deutschland eine besondere Bedeutung zu, so Radmann weiter. Die zentrale Lage, das dichte Netz an Autobahnen, Bahnverbindungen und Flughäfen machten das Bundesland zu einem logistischen Dreh- und Angelpunkt. Entscheidend sei jedoch nicht allein die Infrastruktur, sondern vor allem die Haltung der Bevölkerung. Abschreckung entstehe nicht nur durch militärische Fähigkeiten.
„Die Bundeswehr allein bildet keine Abschreckung“, betonte Radmann. Am Beispiel der Ukraine werde deutlich, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt und der erkennbare Wille der Bevölkerung, Entbehrungen auszuhalten, eine zentrale Rolle spielten. Resilienz müsse sichtbar sein, um potenzielle Gegner davon abzuhalten, einen Test zu wagen. „Im Prinzip kommt es auf jeden Einzelnen an.“
In diesem Zusammenhang verwies Radmann auch auf die Erfahrungen früherer Generationen. Die Großelterngeneration habe aus Krieg und Nachkriegszeit noch gewusst, was es bedeute, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, sich gegenseitig zu helfen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Diese Tugenden, Radmann erwähnte ausdrücklich zur Verdeutlichung seiner Worte die „Nächstenliebe“, stünden heute oft nicht mehr im Vordergrund – müssten aber in einer Krise wieder selbstverständlich werden, eigentlich noch davor.
Ganz im Kontext der erfolgten Ausführungen wurde den Gästen durch die Ortsverbände der FDP Münster/Altheim und Eppertshausen die neue Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur persönlichen Vorsorge ausgehändigt, die auf reges Interesse und großen Zuspruch stieß.
Auch nach dem offiziellen Teil blieb Brigadegeneral Radmann noch lange vor Ort, stellte sich den zahlreichen Fragen der Gäste und suchte den direkten Austausch. Die Resonanz auf seine Persönlichkeit und seinen Auftritt war durchweg positiv. Ein Zuhörer brachte es – wenn auch bewusst salopp – auf den Punkt:
„Der General ist ein Hammer-Typ. Gut zu wissen, dass solche Leute existieren und für unsere Sicherheit einstehen.“
Auch wenn diese Wortwahl nicht dem formellen Stil des Abends entsprach, traf sie doch den Kern der Stimmung: große Anerkennung für einen Redner, dem man Haltung, Verantwortungsbewusstsein und den festen Willen, dem Land zu dienen, deutlich anmerkte.
Der Neujahrsempfang machte eindrucksvoll deutlich, dass Sicherheitspolitik längst kein fernes oder rein militärisches Thema mehr ist, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die auf kommunaler Ebene beginnt. In diesem Fazit waren sich alle Organisatoren einig: Brigadegeneral Radmann hat den Operationsplan Deutschland eindrucksvoll und nachvollziehbar vermittelt.
Ortsverband und Fraktion stehen jederzeit gerne allen Bürgerinnen und Bürgern für ein persönliches Gespräch zur Verfügung und sind zudem unter http://fdp-muenster-hessen.de immer erreichbar.